Blitzbirne – Part 1

Fachkräftemangel? Quatsch – es werden nur die vorhandenen Potentiale nicht genutzt oder schlichtweg verkannt. Echte Fachkräfte findet man im Internet – in der Regel unter den Kommentatoren beliebiger Meldungen. Die einzige Schwierigkeit besteht darin, ihre Genialität zu erkennen. Ein gutes Beispiel hierfür bietet “paule”:

Der NDR berichtete über die zunehmenden Schlickfelder im Niedersächsischen Wattenmeer, die auch immer dichter an der Küste auftauchen. Gleich beim ersten Kommentar von einem gewissen “paule” rollen sich einem zunächst einmal die Fußnägel hoch. Da wird doch ernsthaft vorgeschlagen den Schlick aus dem Wattenmeer ans Land zu bringen und dort als Dünger einsetzen …

Weiß dieser “paule” nicht, was ein Watt ist oder will der Leute verar…., die das nicht wissen?

Eine kurze Erläuterung für Menschen, die kein Watt oder keinen Schlick kennen: Watt ist so eine Art Meeresboden, das regelmäßig eine Beziehungspause mit dem darüber liegenden Meer einlegt. Wobei das Meer natürlich immer wieder zurück kommt. Das passiert so etwa zweimal täglich und wird “Gezeiten” genannt. Solange das Meer weg ist, kann man bequem auf dem trockengefallenen Meeresboden spazieren gehen, was sich allgemeiner Beliebtheit erfreut und “Wattwandern” genannt wird. Ein Teil von diesem Boden besteht allerdings aus Schlickfeldern – das ist so eine Art Treibsand, nur etwas nasser, klebriger und (wenn man Pech hat) auch ziemlich tief.

Sicherlich wäre es technisch möglich, diesen Schlick, während das Wasser weg ist, abzutragen – wenn wir mal davon absehen, dass es ziemlich aufwendig sein dürfte den Meeresboden abzutragen. Dummerweise kommt dann aber ziemlich bald das Meer wieder und bringt neuen Sand mit, der dann die ehemaligen Schlicklöcher füllt und wenn das Wasser wieder weg ist  (Überraschung!) neuen Schlick darstellt. Also das Ganze wieder von vorne.

Das Sinnlosigkeit dieses Unterfangens ist auf den ersten Blick offensichtlich. Erst nach längerem Nachdenken kommt man hinter die Genialität von “paule”: durch das tägliche Abtragen des sich stets erneuernden Schlicks entstehen nachhaltige Arbeitsplätze, die auch ungelernten Arbeitnehmern offen stehen.

Und wenn man den Meeresboden nach und nach abträgt, wird letztendlich auch das gesamte Meer tiefer gelegt. Dann kann uns der steigende Meeresspiegel auch egal sein. Das gleichen wir einfach aus.

Aber wenn wir uns schon trauen in großen Dimensionen zu denken, warum auf halbem Weg aufhören? Die Meere stellen ja an und für sich bereits ein Problem dar. Ständig gibt es Schiffunglücke mit vielen Toten und riesigen Umweltschäden. Warum pumpen wir die Ozeane also nicht einfach ab und schicken das überflüssige Wasser mit Raketen ins Weltall? Dann könnten wir zum Beispiel eine Eisenbahnlinie von Hamburg nach New York bauen. Das wäre viel sicherer.

Natürlich hat das noch niemand gemacht. Um erste Erfahrungen zu sammeln könnte man ja etwas kleiner anfangen – zum Beispiel mit dem Mittelmeer. Dann können die “Asylkritiker” auch endlich eine trumpeske Mauer zum Schutze des Abendlandes bauen. Und wir müssten nicht mehr mit den Bildern von ertrunkenen Flüchtlingskindern ins Bett und könnten alle viel ruhiger schlafen …

 

zu: Immer mehr Rettungen aus dem Nordsee-Schlick auf NDR.de

 

 

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